Mindestmenge und automatischer Nachschub-Hinweis

Diese Dokumentation beschreibt die Erweiterung zur Mindestmenge und zum automatischen Nachschub-Hinweis in der Warteschlange MDE. Ziel ist es, bei sinkendem Lagerbestand rechtzeitig einen offenen Hinweis zu erzeugen, damit nachgelagert oder nachbestellt werden kann.

Ein Nachschub-Hinweis wird nur erzeugt, wenn die Grundlageneinstellung „Warteschlange MDE verwenden“ aktiviert ist. Ist sie deaktiviert, erfolgt keine Erstellung von Einträgen.

Ziel der Funktion

Für jede Kombination aus Artikel, Lager und Lagerort kann eine Meldemenge hinterlegt werden. Wird diese Menge im Rahmen einer Abbuchung unterschritten, erzeugt das System automatisch einen Nachschub-Hinweis in der Warteschlange MDE.

Dadurch können betroffene Lagerorte frühzeitig erkannt und rechtzeitig mit Nachschub versorgt oder nachbestellt werden.

Konfiguration

Meldemenge je Artikel, Lager und Lagerort

Die Meldemenge wird immer für eine konkrete Kombination aus Artikel, Lager und Lagerort gepflegt. Nur wenn für diese Kombination ein Wert vorhanden ist, kann eine Prüfung auf Unterschreitung stattfinden.

Grundlageneinstellung

Die Funktion setzt die aktivierte Grundlageneinstellung „Warteschlange MDE verwenden“ voraus.

  • Aktiviert: Die automatische Prüfung und gegebenenfalls Erzeugung eines Nachschub-Hinweises ist möglich.

  • Deaktiviert: Es wird grundsätzlich kein Eintrag in der Warteschlange MDE erzeugt.

Pflege der Meldemenge

Die Meldemenge kann auf unterschiedlichen Wegen gepflegt werden:

  • über die Lagerort-Standardwerte

  • direkt im Artikelstamm im Tab „Lagerorte“ je Lager und Lagerort

Maßgeblich ist immer die konkrete Kombination aus Artikel, Lager und Lagerort.

Wann ein Nachschub-Hinweis erzeugt wird

Die Prüfung erfolgt automatisch im Rahmen jeder Lagerbuchung. Berücksichtigt werden ausschließlich Buchungen, bei denen der Bestand sinkt.

  1. Es wird nur bei Abbuchungen geprüft. Bei Zubuchungen erfolgt keine Prüfung.

  2. Kommissionierplätze sind von der Funktion ausgenommen. Für diese Lagerorte wird kein Eintrag erzeugt.

  3. Ist keine Meldemenge für die Kombination aus Artikel, Lager und Lagerort hinterlegt, erfolgt keine Prüfung.

  4. Nach der Buchung wird der aktuelle Lagerbestand mit der hinterlegten Meldemenge verglichen.

    • Liegt der Bestand auf oder über der Meldemenge, wird kein Eintrag erzeugt.

    • Liegt der Bestand unter der Meldemenge, wird die Warteschlange MDE weiter geprüft.

  5. Existiert für dieselbe Kombination aus Lager und Lagerort bereits ein offener, also nicht erledigter, Nachschub-Hinweis, wird kein weiterer Eintrag angelegt.

  6. Existiert noch kein offener Hinweis, wird ein neuer Eintrag mit fortlaufender Zeilennummer in die Warteschlange MDE eingefügt.

Durch die Prüfung auf bereits offene Hinweise werden doppelte Nachschub-Einträge für dieselbe betroffene Lager-/Lagerort-Kombination vermieden.

Verhalten des erzeugten Hinweises

Ein neu erzeugter Nachschub-Hinweis wird der Organisationseinheit des betroffenen Lagerorts zugeordnet.

Der Eintrag bleibt in der Warteschlange MDE sichtbar, bis er erledigt wird. So ist klar nachvollziehbar, an welchem Lagerort Handlungsbedarf besteht.

Sperrfunktion

Ein Eintrag in der Warteschlange MDE kann manuell gesperrt werden.

  • Ein gesperrter Eintrag wird keinem Anwender als nächste Aufgabe zugewiesen.

  • Der Eintrag bleibt dennoch als offener Hinweis in der Warteschlange sichtbar.

  • Er verschwindet erst, wenn er manuell entsperrt oder erledigt wird.

Auch ein gesperrter Eintrag gilt weiterhin als offen. Dadurch kann er die Erzeugung weiterer Hinweise für dieselbe betroffene Kombination verhindern.

Entscheidungslogik im Überblick

Prüfschritt

Ergebnis

Folge

Grundlageneinstellung „Warteschlange MDE verwenden“ ist deaktiviert

Funktion inaktiv

Kein Eintrag

Buchung ist eine Zubuchung

Keine Bestandsminderung

Keine Prüfung, kein Eintrag

Lagerort ist ein Kommissionierplatz

Ausnahmefall

Kein Eintrag

Keine Meldemenge gepflegt

Keine Vergleichsbasis

Kein Eintrag

Bestand nach Buchung liegt auf oder über Meldemenge

Schwelle nicht unterschritten

Kein Eintrag

Bestand liegt unter Meldemenge, offener Hinweis existiert bereits

Duplikat würde entstehen

Kein weiterer Eintrag

Bestand liegt unter Meldemenge, kein offener Hinweis vorhanden

Handlungsbedarf erkannt

Neuer Eintrag in Warteschlange MDE

Praxisbeispiel

Für einen Artikel ist an einem bestimmten Lagerort eine Meldemenge von 10 Stück hinterlegt. Der aktuelle Bestand beträgt 12 Stück. Durch eine Abbuchung von 3 Stück sinkt der Bestand auf 9 Stück.

  • Es handelt sich um eine Abbuchung.

  • Der Lagerort ist kein Kommissionierplatz.

  • Eine Meldemenge ist gepflegt.

  • Der neue Bestand von 9 Stück liegt unter der Meldemenge von 10 Stück.

Wenn noch kein offener Nachschub-Hinweis für die betroffene Lager-/Lagerort-Kombination vorhanden ist, wird automatisch ein neuer Eintrag in der Warteschlange MDE erzeugt.

Verwandte Themen

  • Pflege von Lagerort-Standardwerten

  • Artikelstamm, Tab „Lagerorte“

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